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BIOGRAPHIE

„Da ist eine neugierige, motivierende, zugleich rigoros auf Qualität bestehende Künstlerin am Werk, die besessen am Klang zu feilen pflegt und doch, wenn es darauf ankommt, loslassen kann.“ So begründete die Jury der Zeitschrift „Opernwelt“ im Herbst 2019 die Auszeichnung der 33-jährigen Dirigentin Joana Mallwitz als „Dirigentin des Jahres“. Mallwitz, seit der Spielzeit 2018/19 als Generalmusikdirektorin am Staatstheater Nürnberg tätig, wird in der Presse als „Ausnahmedirigentin“ gefeiert, die vom Graben aus die musikalische Gestaltung mit den Mitteln eines „Klangbühnenbildners“ zum Erlebnis mache (Reinhard J. Brembeck in der Süddeutschen Zeitung).

In Hildesheim geboren, erhielt Mallwitz ihre musikalische Ausbildung an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover, wo sie mit 13 Jahren in den ersten Jahrgang des Instituts zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter aufgenommen wurde. Sie studierte Dirigieren bei Martin Brauß und Eiji Oue sowie Klavier bei Karl-Heinz Kämmerling und Bernd Goetzke. 2009 wurde sie mit dem „Praetorius Musik-Förderpreis“ des Landes Niedersachsen ausgezeichnet.

Bereits mit Beginn der Spielzeit 2014/2015 trat Mallwitz als jüngste Generalmusikdirektorin Europas ihr erstes Leitungsamt am Theater Erfurt an. Zusätzlich zur Einstudierung großer Neuproduktionen rief sie dort die Orchester-Akademie des Philharmonischen Orchesters Erfurt ins Leben und begründete das Composer in Residence-Programm „Erfurts Neue Noten“. Außerdem konzipierte Mallwitz das erfolgreiche Konzertformat der „Expeditionskonzerte“, in denen sie die Doppelrolle als Dirigentin und Moderatorin am Klavier übernimmt, um dem Publikum ein Werk der sinfonischen Literatur näherzubringen.

Dieses Format brachte sie auch an ihre neue Wirkungsstätte am Staatstheater Nürnberg mit, wo sie in ihrer ersten Spielzeit als neue Generalmusikdirektorin für die Neuproduktionen von Prokofjews „Krieg und Frieden“ und Wagners „Lohengrin“ verantwortlich war, die beide in der überregionalen Presse einhellig gefeiert wurden. Es folgten ihre Debüts an der Bayerischen Staatsoper („Eugen Onegin“ und „L‘elisir d‘amore“) und an der Oper Oslo („Der Rosenkavalier“). Konzertengagements führten sie zum HR Sinfonieorchester, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Philharmonia Orchestra London, den Dresdner Philharmonikern, den Göteborger Symphonikern, der Kremerata Baltica und dem Royal Danish Orchestra.

Im Rahmen der Salzburger Festspiele leitete Mallwitz im Sommer 2020 eine Neuproduktion von W.A. Mozarts „Cosi fan tutte“ in der Regie von Christof Loy. Sie war die erste Frau in der Geschichte der Festspiele, der eine gesamte Aufführungsserie anvertraut wurde. Zu den Highlights der Saison 20/21 zählen eine Neuproduktion von Monteverdis „L’Orfeo“ in Nürnberg, sowie ihr Debüt an der Wiener Staatsoper, wo sie für eine Aufführungsserie von „Madama Butterfly“ das erste Mal zu Gast sein wird.